Diese Gedichte entdeckte ich heute und war tief berührt:

„Schall und Rauch“

Ich saß an meinem Mittagstisch
Mit zwei Damen, die beide rauchen;
Die Luft verqualmt, doch man sagt besser nichts,
Wenn Damen so etwas brauchen.

Sie rauchen sich ihre Gesichter grau,
Errauchen sich spätere Sorgen
Wenn sie husten, klingt nach Vergänglichkeit,
Doch sie denken wohl nicht an Morgen.

Ein älterer Herr kam an den Tisch,
Sprach zu uns wie ein Roboter,
Oder war der Herr mit dem Membranenorgan
Ein auferstandener Toter?

Wir kennen ihn gut, den älteren Herrn,
Haben noch seine Stimme im Ohr,
Die er, er zeigte auf seinen Hals,
Zusammen mit dem Kehlkopf verlor.

„Vom Rauchen“, die Worte wie aus Metall,
Sie blieben zwischen uns stehen;
„Meine Damen, schaun sie mich genau an,
So kann es auch ihnen ergehen“.
Die Damen wurden richtig bleich,
Sie blickten ehrlich betroffen,
Beteuerten mit Zigaretten wär Schluß,
Na denn, da kann man nur hoffen.

Tage später saß ich am Mittagstisch
Mit den Damen, die beide rauchen,
Die Luft verqualmt, doch man sagt besser nichts,
Wenn Damen so etwas brauchen.

Sie rauchen sich ihre Gesichter grau
Errauchen sich spätere Sorgen,
Wenn sie husten, klingt das nach Vergänglichkeit,
Doch sie denken wohl nicht an Morgen.

Hubertus Scheurer

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